Regenzeit

Udo und seine Frau hatte mit ihrem Besuch wirklich Glück. Es war noch nicht zu heiß und wenig Regentage. Am ersten Samstag hatten wir in der Nippon Budokan an der großen Aikido-Veranstaltung teilgenommen, zu der Vereine aus ganz Japan und aus dem Ausland anreisten. Anschließend gingen wir wieder in die Izakaya (Kneipe/Restaurant), die mit uns, also den Mitgliedern vom Fureaijuku und ein paar der befreundeten Studenten von der Meiji Universität, mehr als gut gefüllt war. Am darauffolgenden Samstag trainierten wir in Togoshi, allerdings war unsere Halle belegt, so dass wir in die Gymnastikhalle (keine Matten, nur Holzfußboden) ausweichen mussten. Es war ein gutes und intensives Training mit Ishibashi-sesnsei von 15:00 bis 17:00 Uhr. Auch seine Hauptschüler Yagi-senpai und Yasu-senpai waren da und konnten ihr Können mal an einem richtig großen Angreifer ausprobieren. Nach zwei Stunden Training ging es dann in unsere Stamm-Izakaya in Togoshi.

An Udos Abreisetag fuhr ich nach Fukuoka, denn das G20-Treffen der Finanzminister und Notenbankgouverneure fand ja am Pfingstwochenende statt. Es gab viel zu tun und so habe ich nicht viel von Fukuoka gesehen. Doch mein Fenster ging in Richtung der großen Baseball-Arena, deren Dach sie beim Spiel an meinem Anreisetag eine Weile geöffnet hatten.

An dem Abend, an dem die Heads of Delegation und die Stellvertreter mit dem offiziellen Abendessen im Kunstmuseum von Fukuoka bewirtet wurden, wurde für die übrigen Delegationsmitglieder im Tagungshotel eine Party veranstaltet. Stadt und Präfektur Fukuoka präsentieren leckeres Essen und Getränke sowie eine kleine Bühnenshow, u. a.  mit einer Schulband, Schul-Jazztanzgruppe, Taiko-Trommlern und Geisha-Tänzerinnen. Beim offiziellen Aufschlagen der Sake-Fässer durfte ich die Ehrengäste (lokale Politiker und Sponsoren) unterstützen. Man brauchte noch ein zwei Quotenfrauen …  Es war nett mit dem jüngeren Bruder von Finanzminister Aso zu plaudern. Er sorgte dann auch dafür, das ich die Jacke (happi) als Andenken mitnehmen konnte.

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Am Folgewochenende begleitete ich meine Teelehrerin zum ersten Mal zu einer Duftzeremonie, die eine befreundete Teelehrerin Miura-sensei von Zeit zu Zeit veranstaltet. Es war eine wunderbare Erfahrung. Vor und nach dem Mittagessen gab es unterschiedliche Düfte, die wir nicht nur genießen, sondern im jeweils zweiten Durchgang auch erraten mussten. War gar nicht so einfach, aber vor dem Mittag hatte ich Glück und ich gewann diese Runde – sehr zur Überraschung aller.

Am letzten Freitag im Juni hatte ich frei und nahm noch an einer Teezermonie-Fortbildung teil. Nun habe ich zwei von fünf Veranstaltungen absolviert. Dieses Mal war ich in Tokyo (mit ca. 400 weiteren „jungen“ Teelehrern), aber in den nächsten drei Jahren werde ich mir wieder kleinere Ort aussuchen.

Ein Gedanke zu “Regenzeit

  1. Immer wieder schön Neues und Interessantes aus Japan zu erfahren.
    Eine Teezeremonie-Fortbildung mit 400 Teilnehmern stelle ich mir anstrengend vor.
    Ich kann verstehen, dass es an weniger prominenten Orten mit weniger Teilnehmern angenehmer ist, Wissen und Fertigkeiten auszutauschen. Liebe Grüße aus Frankfurt – hier regnet es wenig und momentan sind die Temperaturen mit 18-21 Grad Celsius schon ein bisschen kühl für den Sommer. Aber besser als fast 40 Grad, die wir hier auch schon in den letzten Wochen hatten.

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