Sommerhitze

Nicht nur in Europa stöhnt man über einen ungewöhnlich heißen Sommer, auch hier in Japan ist es sehr heiß. Verglichen mit Norddeutschland allerdings deutlich nasser, sobald ein Taifun hereinzieht. Doch eins nach dem anderen.

Im Juni nutzte ich die freie Zeit neben Aikido-Training und Teezeremonie vor allem zum Japanischlernen, denn am 1. Juli war wieder mal eine Prüfung. Mitte Juni nahm ich an einem speziellen Teezeremonie-Unterricht für neue Teelehrer teil. Ich muss 5 Jahre in Folge einmal im Jahr jeweils einen Tag an dem Zentralunterricht (jedes Jahr ein anderes Thema) teilnehmen. Dabei kann ich mir den Ort und den Termin aussuchen. Da der Termin in Tokyo im Juli war, fuhr ich also nach Shizuoka. Nicht so weit weg, aber ich musst früh aufstehen, denn es dauert immer etwas länger, einen Kimono anzuziehen. Ich nahm den Schnellzug nach Shizuoka. Während in Tokyo mehrere Hundert Personen teilnehmen, ist es in Shizuoka geradezu beschaulich (ca. 80 Teilnehmer). Es waren nur wenige Personen von außerhalb und ich natürlich die einzige Ausländerin. Es war eine sehr schöne Veranstaltung: tolles Hotel, netter Zentrallehrer aus Kyoto und auch ein leckeres Mittagessen insgesamt ein toller Tag. Den Kimono für den Frühsommer (d. h. Juni) kann ich zum Glück auch im September anziehen (dann allerdings mit einem anderen Unterkimono und einem anderen Gürtel). Die Regenzeit (normalerweise: Mitte Juni bis Mitte Juli) fing – wie fast alles in diesem Jahr – sehr früh an, war in Tokyo nicht so schlimm und wurde bereits Ende Juni für beendet erklärt. Dafür kamen denn gleich Taifune.

Im Juli war ich im Heimaturlaub in Deutschland. So verpasste ich einige sehr starke, Taifun-bedingte Regenfälle (in Westjapan mit schweren Schäden). Überhaupt scheint es in diesem Jahr mehr Taifune zu geben. Morgen soll sich auch wieder Tokyo nähern bzw. nach Tokyo kommen. Wir werden nass werden …

Die Sommer in Tokyo sind heiß und deutlich schwüler als in Deutschland. Da es nachts kaum abkühlt, wäre es ohne Klimaanlage unerträglich. Im Training schwitzen wir so sehr, dass die Trainingstaschen nach dem Training deutlich schwerer als zuvor. Nächste Woche ist im Honbu-Dojo eine Woche Trainingspause, aber dafür kann ich mich auf ein Trainingswochenende mit der Gruppe von Ishibashi-sensei freuen. Wir werden ans Meer fahren, vielleicht kann ich dann auch mal im Meer oder zumindest im Pool schwimmen.

Am letzten Samstag war ich mit meiner Nichte, die derzeit in Praktikum in Tokyo macht, und zig-tausend Japanern und anderen Ausländern beim Feuerwerk am Edogawa (ein Fluß im Osten Tokyos). Feuerwerke sind typische Sommerveranstaltungen und sie sind sehr beeindruckend, weil viel größer als in Deutschland, deutlich länger (mehr als eine Stunde) und wirklich sehr schön. Die Menschenmengen sind zwar unglaublich, aber in Japan funktioniert es halt, dass alle ohne Geschubse und ohne Pöbeleien langsam den Weg zum Bahnhof nehmen und in die Züge einsteigen.

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