Noh

Gab es im Mai nichts zu berichten? Doch und heute am verregneten Sonntag (erster Taifun im Anmarsch) habe ich endlich mal Zeit und Muße, etwas zu schreiben! Also, Petra und Bernd waren im Mai zu Besuch. Anfang Mai – d. h. in der Golden Week – besuchte ich einige Museen in Tokyo. Außerdem war ich Ende Mai zum ersten Mal im Noh-Theater. Dies hatte meine Tee-Lehrerin organisiert, denn sie geht häufiger ins Noh-Theater in Tokyo. Wir aber waren im Takeda-Schrein in Kofu in der Präfektur Yamanashi. Ich nutzte die Gelegenheit und fuhr schon morgens mit der Bahn nach Kofu, um mir diese Stadt anzuschauen. Sie ist umgeben von einer Vielzahl von Obstbäumen und natürlich Bergen, also sehr schön gelegen. Am Bahnhof war ein Wanderweg beschrieben, der zu mehreren Tempeln und Schreinen führt. Doch bevor ich mich auf den Weg machte, schaute ich mir die Reste der Burg an und besuchte einen Kunsthandwerkladen, die Inden-Taschen herstellen.  Die Tempel und Schreine waren nett und zumeist menschenleer, auf jeden Fall ohne Touristen. Im Takeda-Schrein war es schon etwas lebhafter. Meine Teelehrerin und zwei weitere Schüler kamen mit dem Auto aus Tokyo und in dem Tempelbereich, in dem das Noh-Theater aufgeführt werden sollte, konnten wir vor der Vorstellung noch an einem Noh-Workshop auf der Bühne teilnehmen und die traditionellen Trommeln ausprobieren, insbesondere die kleine Handtrommel, die an der Schulter gehalten wird, machte Spaß. Ich überlege nun, ob ich mir eine solche Trommel kaufe und Unterricht nehme.

Ansonsten? Neben Arbeit, Japanisch lernen (Prüfung am 1. Juli!) und Teezeremonie: Viel Aikido, doch jedes Mal, wenn ich drüber schreiben will, weiß ich nicht, was. Denn eigentlich ist es ja wie in Deutschland, aber vieles doch etwas anders. Das Training beim Doshu morgens war jetzt Ende Mai und Anfang Juni wieder brechend voll, weil ja Ende Mai wieder die große Aikido-Veranstaltung in der Budokan in Tokyo stattfand. Es ist die Veranstaltung, an der Udo im letzten Jahr teilgenommen hatte und durch die die Verbindung zu der Aikidogruppe in Togoshi hergestellt wurde. Also trainiere ich jetzt gut ein Jahr samstags bei Ishibashi-sensei in Togoshi. Es ist eine tolle Gruppe (kann Andi bestätigen). Zwei Stunden wird intensiv trainiert, dann schnell geduscht und danach noch gut drei Stunden in der Izakaya (japanisches Kneipenrestaurant) gegessen und getrunken. Obwohl bei Ishibashi-sensei schon ein sehr körperbetontes Aikido trainiert wird und die Mitglieder auch nicht zimperlich sind und realistisch angreifen, wird doch sehr darauf geachtet, ohne Kraft und viel mit dem Zentrum zu arbeiten. Im ganzen Frühjahr haben wir relativ viel Schwert gemacht, weil der mit Matten ausgelegte Teil der Halle häufig belegt war. Dies bedeutet aber nicht, dass wir nicht rollen. Die Standard-Uke vom Sensei müssen schon einiges aushalten. Auch ich bringe dann immer einige blaue Flecken mit nach Hause.

 

 

 

 

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