Aikido (1) & Sonstiges

Da wurde an mich der Wunsch herangetragen, doch mehr übers Aikido zu schreiben. Guter Hinweis, schließlich ist dies Teil einer Aikido-Webseite! Nun werde ich immer mal Teile zum Training schreiben. Wo fange ich an? Am Anfang! Nachdem man am Empfang seinen Pass abgegeben hat (jede Trainingseinheit wird erfasst – schließlich muss man eine Mindestanzahl von Trainings absolviert haben, bevor man sich zur nächsten Prüfung anmelden darf) zieht man die Schuhe aus. Man kann sie in ein sehr großes Wandregal am Eingang stellen. Verglichen mit den Umkleiden in Deutschland sind die Umkleideräume hier winzig: Keine Bänke o.ä., sondern lediglich Schließfächer, in die man seine Sachen und Taschen einschließen kann. Da ja alle in Strümpfen oder barfuß sind, ist der Boden sauber, also kein Problem. Angeschlossen an den Umkleideraum ist ein Waschraum (sogar mit Duschen). Es empfiehlt sich ca. 15 Minuten vor dem Training auf der Matte zu sein, um sich noch etwas aufzuwärmen. Beim Betreten des Raums grüßt man erst zur Tokonoma und dann in Richtung der anderen Aikidoka. Bis ca. 5 Minuten vor Trainingsbeginn hat man Zeit sich noch selbständig etwas warm zu machen. Kaum jemand macht Kraft- oder Ausdauerübungen, sondern es wird vor allem gedehnt und gelockert. Etwa 5 Minuten vor Trainingsbeginn knien sich alle Aikidoka (in mehreren Reihen) ab, gehen in sich (d. h. es wird nicht mehr geschwätzt) und warten auf den Sensei … (Fortsetzung folgt)

Seit meinem letzten Bericht (und meinem Urlaub) ist noch nicht so viel Zeit vergangen. Das Arbeitsleben geht seinen Gang. Am letzten Feiertag (Montag, 20. März) hatten wir zusammen mit drei weiteren Teezeremonie-Gruppen eine große Teezeremonie-Veranstaltung. Wir haben für ca. 200 Gäste Tee zubereitet! Der Tag war aufregend, anstrengend und schön. Ich habe wieder viele Kleinigkeiten gelernt, die man bei einer solchen Veranstaltung bzw. bei deren Vorbereitung beachten muss. Am letzten Samstag hatten wir dann noch Chakabuki, eine besondere Form der Teezeremonie – quasi ein Tee-Raten mit drei verschiedenen Tees – geübt. Diese Form wird vor allem im März geübt. Da wir mit dem Üben für die große Teezeremonie-Veranstaltung beschäftigt waren, haben wir es erst spät damit beginnen können und werden es voraussichtlich auch an diesem Samstag noch einmal tun.

Momentan übernachten gerade Kira (eine der nun ja ehemaligen Stipendiatinnen), ihre Schwester und deren Freund bei mir. Sie waren nach Auflösung von Kiras Wohnung durch Asien gereist. Nun wird umgepackt.

Ansonsten warten alle auf die Kirschblüte. Der Beginn (also die ersten Blüten) war in Tokyo sehr früh offiziell verkündet worden, aber seitdem ist es hier recht kühl – kälter als in Deutschland! Heute hat es sogar etwas geregnet und somit wird es vermutlich nichts mit dem Blütenmeer an diesem Wochenende.

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Endlich Urlaub!

Für japanische Verhältnisse hatte ich einen ziemlich langen Urlaub von acht Tagen. Endlich habe ich es geschafft, mir mal eine mir noch unbekannte Gegend von Japan anzuschauen. Ich flog nach Okinawa. Es ist dies südlichste Präfektur Japans und besteht aus mehreren Inselgruppen. Die ersten Tage verbrachte ich auf der Hauptinsel. Insgesamt ist Okinawa kulturell und geschichtlich sehr interessant, aber die Hauptinsel machte mit den vielen Betonbauten in der Präfekturhauptstadt Naha, viel Verkehr und dem amerikanischen Luftwaffenstützpunkt eher einen hässlichen Eindruck. Ich habe mir natürlich die Burg Shuri des alten Ryukyu-Königreichs angeschaut, war per Bus gen Norden unterwegs (u. a. im sehenswerten Aquarium und im sehr schönen botanischen Garten). Da es an einem Tag auch etwas regnete, hatte ich mir sogar das große und moderne Museum angeschaut. Was mir fehlte, waren Bezüge zum Karate. Schließlich wurde Karate ja in Okinawa entwickelt! Doch außer ein oder zwei Reportagen im Fernsehen gab es nichts.

Dann flog ich weiter nach Ishigaki. Diese Insel liegt in einer Inselgruppe kurz vor Taiwan und folglich war es dort richtig warm. Ich hatte Glück mit einem sehr netten Hotel in der Nähe des Hafens; so konnte ich die kleine Stadt zu Fuß erkunden. Im Hotel kann man Fahrräder kostenlos ausleihen. Dies nutze ich für zwei Ausflüge, einen zur nördlichen Küste (mit einem Abstecher bei einer Keramik-Werkstatt „Ishigaki-yaki“ mit sehr schönen Keramiken im Ishigaki Blue) und einen ins Inselinnere. Die einsamen Strände mit unglaublich klarem Wasser und die subtropische Vegetation sind faszinierend. Da die Fahrräder keine Gangschaltung haben, waren die Anstiege allerdings wirklich anstrengend. Neben den Straßen gibt es zumindest auf einer Seite meist einen sehr breiten Fußgänger- und Fahrradweg, so dass die Insel eigentlich fürs Fahrradfahren gut geeignet ist (zumindest im Winterhalbjahr). Am letzten Tag fand ich einen Fahrradverleih mit besseren Rädern. Ich muss also nochmals wiederkommen, um den Rest der Insel zu erkunden. Außerdem hatte ich es nicht geschafft, Ausflüge zu den kleinen Nachbarinseln zu machen.