Lärm!

So, selbst der schönste Urlaub muss einmal zu Ende gehen. Es war nett, dass ich so viele von euch treffen konnte.  Nun bin ich bereits wieder einige Tage zurück in Tokyo und damit mal wieder Zeit für mein Blog. Beim Verlassen des Flugzeugs ist die schwüle Hitze wie eine Wand (selbst abends kühlte es nicht unter 30 Grad ab). Dann fiel mir noch der Lärm auf. Klar, auf der Kreuzung in Shibuya ist es wegen der vielen Bildschirme laut, auch die insbesondere bei den rechtsradikalen Parteien so beliebten, auf Autos montierten Lautsprecheranlagen nerven in einigen Gegenden in Tokyo, aber in der unmittelbaren Umgebung meiner Wohnung? Ja, die Zikaden sind nicht nur riesig, sondern sie machen auch einen Lärm, bei dem alle Vogelstimmen untergehen. Inzwischen habe ich mich wieder daran gewöhnt, so hört sich der Sommer in Japan an.

 

Die erste Zeit hier war vor allem durch die Teezeremonie geprägt, denn an meinem Ankunftstag bekam ich bereits Besuch von Frau Toribuchi und wir gingen am Sonntag Vormittag gleich zu meiner Teelehrerin zum Unterricht, am Nachmittag übten wir dann noch in meinem Teezimmer. Außerdem haben die Vorbereitungen für die Teezeremonie-Veranstaltung Mitte Oktober begonnen. Wir werden in den ‚Shumei‘ genannten Räumen im japanischen Stil (mehrere Teezimmer) im Grand Prince Hotel New Takanawa eine Teezeremonie veranstalten (ca. 40 Gäste). Diese Räumlichkeiten durfte ich mit meiner Teelehrerin und zweien ihrer fortgeschrittenen Schülerinnen besuchen. Sehr schön! Gut, dass ich den kleinen Raum, in dem ich Koicha (dicken Tee) zubereiten soll, vorher einmal gesehen habe, denn alle Räume sind anders. Auch dieser ist speziell, denn die Gäste sitzen genau in der anderen Reihenfolge – das wird für die Hanto (Hilfsperson) nicht einfach werden.

Für diese Veranstaltung brauche ich natürlich auch einen geeigneten Kimono. Meine Teelehrerin hatte es erst nicht geglaubt, aber wegen meiner langen Arme kann ich keinen fertigen Kimono kaufen. Sie war am letzten Samstag nach dem Unterricht mit mir bei einem ihr befreundeten Kimono-Geschäft. Dort haben wir den Stoff für den Kimono (einfarbig, bordeaux) und den Obi ausgewählt. Übers Wochenende musste ich mir ein (Familien-)Wappen, ein Kamon, aussuchen, das noch in den Stoff eingefärbt werden muss, bevor der Kimono genäht wird. Alles sehr spannend. Nun muss ich wieder üben, Kimono anzuziehen und noch lernen, wie der Obi in der Nijudaiko-Form gebunden wird.

 

 

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