G7 in Sendai

Wie im letzten Blog schon angedeutet, die Vorbereitungen für das G7-Treffen der Finanzminister und Notenbankgouverneure hielten uns dann doch mehr auf Trab als geplant. Am Mittwoch ging es auch für mich los. Da ein Teil der Delegation in Tokyo Haneda landete und dann mit dem Schinkansen weiterreiste, begleitete ich diese Gruppe am Mittwoch. Abends in Sendai oder besser Akiu Onsen bei Sendai gab es noch die letzten Details mit unserem Betreuer von der Bank of Japan und der Sicherheit zu klären. An dem Abend war ich dann zu müde, um noch das Onsen (heißes Bad) zu genießen. Am nächsten Morgen ging es früh los, um den Rest der Delegation (d. h. auch unseren Präsidenten) am Flughafen abzuholen, direkt am Flieger und dann durch den Hintereingang zum Gepäckband. Dann durch Blitzlichter der Presse und direkt zu den Wagen. Es klappte alles sehr gut. So beschäftigte ich mich die meiste Zeit mit Detailfragen zum Ablauf und selten mit fachlichen Dingen. Lediglich das Symposium mit den geladenen Wirtschaftswissenschaftern konnten wir verfolgen und natürlich die Pausengespräche. Es war schon spannend all die Finanzminister und Notenbankpräsidenten so hautnah zu erleben. Die Auftritte waren schon sehr unterschiedlich …

Als die Chefs an dem Freitag dann auf dem sogenannten Field Trip die Ruine einer Grundschule, die durch den Tsunami 2011 zerstört wurde, und eine Wasseraufbereitungsanlage besuchten, nutzten wir (d.h. einige Mitglieder der deutschen Delegation) die Zeit und nahmen an einer der angebotenen Touren teil. Wir fuhren zu einem Wasserfall in der Nähe. Dies bedeutete eine kleine Wanderung und die Mühe wurde dann mit einem wirklich schönen Wasserfall belohnt.

Und sonst? 1.) Morgens vor dem Frühstück und abends spät konnte ich immer das Onsen genießen – es ist so schön entspannend, daran kann man sich wirklich gut gewöhnen. 2.)Am Begrüßungsabend hatte ich mein erstes Live-Interview auf Japanisch gegeben. Bei einem Lokalsender (insofern konnte ich sicher sein, dass es niemand sieht, der mich kennt). Die Fragen waren vorher abgesprochen – war aber trotzdem spannend. 3.) Die Chefs konnten am Freitag Abend an einer Teezeremonie teilnehmen, die ein örtlicher hoher Meister der Ura-Senke verantwortete. Ich schaute natürlich zu, war gut, allerdings das Umfeld zu offen und damit zu laut, kurz es fehlte die Teezimmer-Atmosphäre.

Am Samstag Abend fuhr dann die gesamte Bundesbank-Delegation mit dem Shinkansen zurück nach Tokyo. Dort empfing uns denn mein Stellvertreter, wir machten eine kleine Tour durch Tokyo bei Nacht mit einem tollen Blick auf den Tokyo Tower und einem Bad in der Menge auf der Mega-Kreuzung in Shibuya. Nach einem Besuch in einer Izakaya nahm die Bundesbankdelegation dann den Nachtflug nach Frankfurt.

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Golden Week – Teil 2

So, nun wird es aber Zeit, endlich den zweiten Teil ins Netz zu stellen. Die Vorbereitungen für das G7-Treffen der Finanzminister und Notenbankgoverneure in Sendai waren umfangreicher als gedacht. Doch dazu mehr im nächsten Blog.

Golden Week, Mittwoch – der Tag, an dem Fernando und seine Freunde weiterreisten. Wir nahmen morgens die Bahn nach Kamakura. Dort besuchten wir den großen Buddha, der glücklicherweise nicht mehr mit Gerüsten eingehaust war. Voll war es natürlich, schließlich war ja Golden Week. Am Meer ließen wir uns von dem starken Wind ordentlich durchpusten und schauten uns noch ein paar Tempel und Schreine an. Es ist ein hübsche Stadt, nicht sehr groß, nett am Meer und in den ‚Bergen‘, okay bewaldeten Hügeln gelegen. Es gibt dort so viele Tempel und Schreine, dass man ohnehin nicht alle an einem Tag anschauen kann.

Am Donnerstag, noch ein Feiertag der Golden Week – Freitag arbeiten und dann schon Wochenende – solch eine 2-Tage-Woche ist wirklich schön. Das Wetter war schön sonnig, aber nicht zu heiß. Ich unternahm eine Fahrradtour zum Gotokuji im Stadtteil Setagaya-ku im Nordwesten Tokyos. Es ist der Tempel, auf den die Geschichte mit der Winke-Katze zurückgeht. Also, gibt es dort entsprechend viele Winke-Katzen. Eine sehr hübsche, kleine Schnitzerei auf der zweiten Ebene der Pagode und viele Figuren. Ich habe auch eine im Tempel gekauft. Auf dem Weg zum Gotokuji kreuzte ich den Meguro-Fluss und dachte mir, es wäre eine gute Idee diesem Rinnsal bis zum Meer zu folgen. Das funktionierte besser als erwartet und so konnte ich mir weitere Teile von Tokyo erschließen und wurde von Kleinigkeiten überrascht, wie z. B. von der großen Drachenkopf-Verzierung an einem Dach eines Schreins.

 

Golden Week – Teil 1

Die sogenannte Golden Week in Japan ist eine Häufung von Feiertagen. Sie beginnt mit dem 29. April (Tag im Andenken an den Kaiser Showa). Dann folgen am 3. Mai der Verfassungsgedenktag, am 4. der Tag des Grünen und am 5. der Kindertag. Letzterer wird auch Jungentag genannt, denn der Mädchen- oder Puppentag ist am 3. März.  In diesem Jahr fielen die Tag recht günstig, so dass man mit zwei Urlaubstagen insgesamt 10 Tage frei haben konnte. Ich nicht, weil mein Stellvertreter sich einen Urlaub in Deutschland gönnte und ich somit am Montag und Freitag arbeiten musste. Es war aber trotzdem schön, denn Fernando (Aikido) war zusammen mit einem Freund bei mir zu Besuch. Zu der kleinen spanischen Reisegruppe gehört auch noch ein Pärchen, das aber im Hotel übernachtete. Alle kamen am Samstag Nachmittag an (nachdem ich beim Frühtraining und dem Teezeremonie-Unterricht war), wir aßen gemeinsam zu Abend und ich begleitete sie nach einem gemeinsamen Frühstück bei mir am Sonntag ein wenig durch Tokyo (Senso-ji in Asakusa, Ueno Park, Yanaka, Akihabara, Meiji Jingu und Shinjuku).

Am Dienstag war ich dann fast den ganzen Tag zu einer Sonderübungsveranstaltung der Teezeremonie. Meine Tee-Lehrerin hatte in einer alten japanischen Residenz im Komaba Park ein Teezimmer angemietet. Der Komaba Park ist in der Nähe gelegen, d. h. ich bin mit dem Fahrrad hingefahren. In dieser Residenz gibt es ein Teezimmer im Garten, also mit Wartebank und Zugang vom Garten aus und noch ein großes Teezimmer. Wir waren im großen Teezimmer und für mich eine neue Erfahrung, in einem solch großen Teezimmer zu üben. Irgendwie ein merkwürdiges Gefühl, wenn die Gäste so weit entfernt sitzen. Zudem war es ja auch die erste Übung im Mai und somit erstmals wieder in der Sommerversion, d.h. ohne die im Boden eingelassene Feuerstelle.