Haru ichiban

Haru ichiban heißt wörtlich übersetzt Frühling erster. Es handelt sich dabei um ein Wetterphänomen, das in Japan in der Regel Mitte Februar zu beobachten ist. Dabei schiebt dann eine Warmfront von Süden kommend das kalte Wetter aus dem Nordwesten mal für einen Tag weg und die Temperaturen steigen deutlich an. Dann wird es erst einmal wieder kalt und danach steigen langsam die Temperaturen wieder an und es wird Frühling.

Dies konnten wir vor einer Woche am 13. Februar erleben. Die Sonne schien den ganzen Tag und es wurde über 20 Grad warm. Da ich mit Renate, die uns für zwei Wochen im Büro unterstützt, an dem Samstag mal einen touristischen Ausflug austestete, konnten wir den Tag richtig genießen. Im Hama rikyu Garten blühten die Pflaumenbäume sehr schön und wir gönnten uns eine Tasse Matcha mit Süßigkeiten in dem Haupt-Teehaus. Am Folgetag schüttete es am Vormittag, so dass ich einige Arbeiten zu Hause erledigen konnte. Danach kam die Sonne aber nochmals hinaus und so wurde es am Nachmittag sogar schwülwarm. Wie erwartet wurde es am Montag dann kalt (morgens noch gut 10 Grad und am Abend nur noch etwas über Null).

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Am Dienstag Abend nahm ich den Shinkansen nach Kyoto. Es ist so toll, dass diese Schnellzüge etwa im 10-Minuten-Takt Tokyo und Osaka (über 500 Kilometer entfernt) verbinden. Bis Kyoto mit dem Nozomi-Shinkansen brauchte ich nur 2 1/2 Stunden. In Kyoto nahm ich bis Donnerstag Mittag an einer Veranstaltung teil und hatte leider keine Zeit, mir die Stadt anzuschauen. Da es auch dort weiterhin sehr kalt war, taten mir die Teilnehmer aus den wärmeren ostasiatischen Ländern ein wenig leid.

Entsprechend der haru ichiban-Regel ist es nun zum Wochenende wieder etwas wärmer geworden. Allerdings lag die Grenze zwischen Kalt- und Warmfront gestern Nachmittag und Abend genau über Tokyo. Somit hatten wir heftige Regenfälle. Ich konnte erstmals meine Gummistiefel, die ich mir im Dezember in Deutschland gekauft hatte, ausführen. Denn einer der Kollegen von der Botschaft (der im Oktober letzten Jahres hier angefangen hatte) wurde überraschend nach Peking versetzt. So konnte er den Einzug in sein Haus, Geburtstag und Abschied feiern. Es war eine tolle Party in Denen-chofu (dieser Ortsteil von Tokyo wird manchmal auch Doitsu (also Deutsch)-chofu genannt, weil dort so viele Deutsche leben); liegt halt verkehrsgünstig nach Tokyo und nach Yokohama zur deutschen Schule.

Dienstlich sind wir dabei eine Nachfolgerin für unsere langjährige, Ende Juni in Rente gehende Sekretärin auszuwählen. Wir hatten sehr viele Bewerbungen und nun haben wir die Bewerberinnen ausgewählt, die wir zu Gesprächen einladen werden. Außerdem findet auf Einladung unseres Vorstandsmitglieds Dr. Nagel am 1. März der Empfang „Deutscher Abend“ bei uns in der Repräsentanz statt. Wir haben also viel zu tun.

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