Weiterhin kalt,

aber der Schnee ist inzwischen verschwunden, zumindest in Tokyo. Es hat aber völlig überraschend auf der Südinsel Kyushu geschneit. Viele Wasserrohre waren geplatzt, so dass viele Menschen mobil mit Wasser versorgt werden mussten.

Nun sind schon wieder zwei Wochenenden seit meinem letzten Eintrag vergangen. Meine Erkältung bin ich inzwischen ganz los geworden, im Büro gab es viel zu tun, und sonst?

Letzten Samstag war ich bei einer Veranstaltung von einigen Kultur- und Museumsfreunden. Wir haben japanisches Papier (Washi) hergestellt. Nette Erklärungen und dann haben wir unter Anleitung Papier geschöpft. Es hat geklappt, aber das Endprodukt ist nicht sehr fotogen. Stattdessen hatte ich dann viele Fotos in Sendai gemacht. Dort war ich wegen der Vorbereitungen des G7-Treffens der Finanzminister und Notenbankgoverneure, also auf Dienstreise. Im Norden lag noch richtig viel Schnee, war sehr hübsch anzuschauen.

IMG_0376

Am Freitag traf ich mich mit einer meiner ehemaligen Japanisch-Lehrerinnen und ihren Mann Simon. Sie leben inzwischen in Nagoya und waren in Tokyo zu Besuch. Wir waren nett zusammen essen und trinken – es war echt schön! Am Samstag stand dann mal wieder eine Feier bei mir an. Die DAADler (z. T. mit Freundinnen) und Yuna waren da; wir haben Käsefondue gemacht, großen Salat mit tollem Salatdressing von Hans und als Nachspeise Matcha-Eiscreme mit Erdbeeren und roten Bohnen. Es war alles sehr lecker und ich konnte auch mein Sake-Aufwärmgerät austesten. Bei der Kälte hier (wenn ich die Wohnung tagsüber nicht heize, dann kühlt die Wohnung locker auf 12 Grad ab) ist warmer Sake echt lecker.

 

Advertisements

Schnee in Tokyo!

Heute früh wurde ich dann mit Schnee überrascht (Bilder aus meinen Schlafzimmerfenstern heraus). Nicht nur so ein paar Krümel, sondern richtig weiß. Noch während des Frühstücks fing es an zu regnen und so bin ich mit Winterschuhen, meiner Fahrradregenhose (über meiner Anzughose) und Wintermantel losgestapft. Es ist in meinem Viertel ziemlich steil, aber es war kein Problem für mich. Auch die U-Bahn fuhr. Allerdings war sonst ein ziemliches Verkehrschaos. Mein Japanischlehrer kam mit einer halben Stunde Verspätung, meine Sekretärin erst gegen 10:00 Uhr. Da es den ganzen Vormittag stark regnete, wurde viel Schnee bis zum Abend weggewaschen. Doch es ist wieder kälter geworden und starker Wind angesagt, mal schauen, wie es morgen aussieht.

 

 

Winter, aber …

die Sonne scheint trotzdem und so steigen tagsüber die Temperaturen dann auch über 10 Grad. Außerdem war es seit Anfang Januar überwiegend trocken. So ist der Winter deutlich weniger depressiv als in Deutschland!

P1000642

Das schöne Wetter habe ich an den letzten beiden Wochenenden genutzt, um mit meinen Fahrrädern (ich habe beide endlich registrieren lassen – nun muss ich keine Angst mehr haben, dass ich von der Polizei angehalten werde) die Umgebung zu erkunden. Neben praktischen alltäglichen Dingen, wie z. B. einen etwas größeren Supermarkt, habe ich so auch Parks und Museen entdeckt.

Am letzten Montag (Feiertag) war ich zum Nezu-Museum geradelt. Die Ausstellung mit japanischen Gegenständen mit den Neujahrsmotiven (Kiefer, Bambus und Pflaumenblüte) war sehr hübsch anzusehen. Der Park des Nezu-Museum ist auch beeindruckend, mit zwei Teehäusern, einem Teich und verschlungen Wegen. Im Winter jetzt ein bisschen kahl, aber so kann ich mich auf weitere Ausstellungen freuen und dann den Garten auch zu anderen Jahreszeiten genießen.

P1000633

Heute besuchte ich die Residenz der Maeda-Familie. Ein Neubau nach dem großen Kanto-Erdbeben (1923) mit einem westlichen Herrenhaus und einer kleineren japanischen Residenz. Alles in einem netten Park gelegen, nicht weit von meinem Stadtteil. Anschließend war ich noch im Mingei-Museum. Das Museum enthält vor allem Kunsthandwerksgegenstände unbekannter Handwerker. Die Mingei-Bewegung reichte damals bis nach Europa und ist sicher auch ein Grund dafür, dass die alten Handwerkskünste in Japan weiterhin sehr hoch geschätzt werden.

P1000650P1000667P1000671

Außerdem muss ich noch von unserem Besuch beim Bahnhofsvorsteher vom Tokyoter Hauptbahnhof berichten. Es war einfach unglaublich, als wir (d. h. unser Büro) von dem Herrn in schneeweißer Uniform empfangen und durch die Räumlichkeiten geführt wurden, die nur die kaiserliche Familie nutzt, wenn sie mal von Tokyo aus den Zug nimmt. Übrigens, besteht seit letztem Jahr eine Bahnhofspartnerschaft zwischen Hauptbahnhöfen Tokyo und Frankfurt am Main. Dagegen ist der Bahnhof in Frankfurt einfach nur dreckig und peinlich.

IMG_3394

Das Aikido-Training habe ich nun auch unter der Woche aufgenommen. Das Morgentraining ist machbar: Gut 20 Minuten lang stramm zum Dojo radeln (macht munter), 6:30 – 7:30 Uhr Training beim Doshu, dann wieder zurückradeln, ca. 8:00 Uhr Dusche, Frühstück und los zur Arbeit. 9:00 Uhr ist nicht immer zu schaffen, aber wegen der Zeitdifferenz zu Frankfurt sind ohnehin abends länger im Büro. Da ich in den letzten Monaten nicht viel trainiert hatte, lasse ich es langsam angehen (2 Trainings die Woche), aber so nach und nach kann es mehr werden. Ich kann noch viel lernen, aber verstecken muss ich mich auch nicht 🙂

 

 

 

Nachtrag Dezember

Wie schon im letzten Bericht angedeutet, war ich Ende November dienstlich in Frankfurt. Die Gelegenheit nutzte ich dann gleich, um ein verlängertes Wochenende anzuhängen und meiner Mutter persönlich zum Geburtstag zu gratulieren. Als ich dann am 1.12. wieder in Tokyo war, ging der Stress so richtig los. Neben vielen dienstlichen Terminen (auch viele Abendveranstaltungen) musste ich einen Vortrag vorbereiten und meine Einzugs-/Nikolausfeier. Wir haben die Kapazität meiner Wohnung ausgetestet. Neben meinen drei Übernachtungsgästen, die übers verlängerte Wochenende zu Besuch waren, kamen noch mehr als 20 Erwachsene und 2 weitere Kinder und ein Baby. Es gab Stollen und Weihnachtsgebäck zum Kaffee und am Abend haben wir dann Käsespätzle selbst gemacht, dazu noch Würstchen und einen großen Salat, sowie Glühwein und Bier. Es war eine schöne Feier und dank meiner Hausgäste war auch schnell wieder aufgeräumt. Am Sonntag machten wir noch einen Ausflug nach Asakusa (Tempelanlage) und Odaiba [Fotos s.u.] und dann mussten sie auch wieder zurück nach Deutschland fliegen.

Am 12. Dezember flog ich dann nach Deutschland – eigentlich für das einwöchige Treffen aller Auslandsrepräsentanten der Bundesbank. Nun gut, am Sonntag besuchte ich meine Teemeisterin und traf mich mit Freunden zu unserem traditionellen Weihnachtsessen. Am Montag nahm ich dann einen sehr frühen Zug nach Straßburg, denn ab 10:00 Uhr waren diverse Besprechungen mit mir und für mich geplant. Es war nett, die Kollegen vom Europarat wiederzusehen und das Mittagessen beim deutschen Botschafter war nicht nur lecker. Da die Besprechungen am Nachmittag leider länger dauerten als ich insgeheim gehofft hatte, konnte ich nicht mehr überraschend in die Weihnachtsfeier hineinplatzen. Ich hätte sehr gerne, allen ein schönes Weihnachtsfest gewünscht. Am Dienstag nahm ich nach vielen Terminen in der Bank den späten Flieger zurück nach Japan (Ankunft Mittwoch Nachmittag). Nach einem kurzen Abstecher im Büro und einer ausgiebigen Dusche traf ich mich dann mit den deutschen Vortragenden zum Abendessen. Am nächsten Tag nahm ich dann am Symposium teil und hielt auch endlich den Vortrag. Nach dem Empfang am Abend holte ich dann wieder mein Gepäck aus der Wohnung, um dann den Nachtflug (Abflug: Freitag, 1:05 Uhr – Ankunft: Freitag, 5:30 Uhr) zurück nach Frankfurt zu nehmen. So saß ich dann nach einer erfrischenden Dusche pünktlich zum Arbeitsfrühstück mit unserem Vorstandsmitglied am Tisch. Am späten Nachmittag konnte ich mich dann endlich in meinen Weihnachtsurlaub verabschieden, den ich in Norddeutschland bei meinen Eltern verbrachte, ebenso den Jahreswechsel.

Fortsetzung folgt sehr bald und dann auch wieder mehr zu Japan …P1000607P1000610

P1000623 P1000626