und im Februar geht es genauso gut weiter …

Gleich am ersten Sonntag im Februar besuchte ich eine Vorführung alter japanischer Kampfkünste in der Nippon Budokan. Es nahmen insgesamt 35 Gruppen teil, darunter recht viel Kendo und Iaido. Spektakulär waren natürlich Bogen (Kyudo) und Gewehr. Die Damen, die Naginata vorführten, kamen im Kimono. Das sah elegant und sehr schön aus. Auch die Samurai-Rüstungen waren beeindruckend. Es wurden zum Teil Waffen verwendet, deren Namen ich noch nicht einmal kenne! Die ganze Veranstaltung dauerte insgesamt fünf Stunden (inklusive knapp 30 Minuten Mittagspause) – es war trotzdem sehr kurzweilig.

 

 

Ein Aikido-Highlight folgte gleich am nächsten Samstag. Da ja unsere Halle in Togoshi noch renoviert wird und wir in der Ausweichhalle samstags keine Zeiten bekommen haben, hatte Yasu vorgeschlagen, morgens nach Misakiguchi zu fahren und bei Yagi-sensei zu trainieren (ca. 9:00 bis 11:30 Uhr). Es war sehr, sehr kalt (Schnee war vorhergesagt), denn die Halle ist nicht geheizt, aber wir hatten ein tolles Training. Wenn ich mir nur die Hälfte von dem merken oder umsetzen könnten, …

Anschließend ist Yagi-san dann noch mit uns zum Hafen gefahren und wir waren sehr lecker Maguro (Thunfisch) essen. Den Schnee sahen wir erst, als wir nach Tokyo zurückkehrten, aber in Misaki spiegelte sich die Sonne im Hafenbecken. Wir haben tolle Bilder auf die Webseite gestellt (vom Training und vom Essen) – beim nächsten Mal (in zwei Wochen) werden sicher mehr Leute mitkommen. Vielleicht ist es dann auch etwas wärmer.

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Kalt, aber ein guter Januar

Wie immer im Winter lacht fast jeden Tag die Sonne, aber es ist trotzdem kalt. Während uns dienstlich die Vorbereitungen für das erste G20-Treffen in Tokyo beschäftigten, hatte ich privat der OAG (Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens – kurz: Ostasiatische Gesellschaft) versprochen, wieder einen Vortrag zu halten. Beim ersten Vortrag im Jahr soll es möglichst um traditionelle (Handwerks-)Künste gehen. Folglich erzählte ich etwas zur Teezeremonie. Zudem soll dieser erste Vortrag auch mit einer Exkursion am folgenden Samstag verbunden sein. Meine Teelehrerin lud zu einer Teezeremonie-Veranstaltung ins Teehaus im Shinjuku-gyoen (Park) ein. So konnten 24 Teilnehmer (darunter auch fast die ganze Belegschaft unseres Büros und Nakagawa-sensei, mein Japanisch-Lehrer) eine richtige Teegesellschaft erleben, d. h. in drei Gruppen aufgeteilt tranken sie dicken und dünnen Tee mit den entsprechenden Süßigkeiten vorweg und konnten in einem kleinen Workshop die Grundregeln für das Bewegen im Teezimmer üben. Es war eine gelungene Veranstaltung. Zwischendurch schneite es sanft und verzaubert so den Ausblick aus den Teezimmern in den Garten.

Für den Nachmittag und Abend hatte ich dann alle Teeschülerinnen meiner Lehrerin zu mir zu einer Hausparty eingeladen. Ich hatte einige Leckereien aus Deutschland mitgebracht und es gab Käsespätzle, Glühwein etc. Im Laufe der Zeit waren wohl gut zwanzig Gäste da.

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Am folgenden Sonntag besuchte mich ein ehemaliger Studienkollege, der vor einigen Jahren mal als Stellvertreter an der Repräsentanz in Tokyo war, und nun wegen einer Konferenz nach Tokyo gekommen war.

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Auch das erste G20-Treffen verlief sehr gut. Das gab uns gleich den richtigen Schwung die nächsten Vorstandsbesuche, insbesondere den „Deutschen Abend“ unseres Handelsbüros vorzubereiten. Mit Vorstandsbesuchen im März und April sowie dem G20-Treffen der Finanzminister und Notenbankgouverneure Anfang Juni in Fukuoka verspricht es nicht langweilig zu werden.

Am ersten Samstag des Jahres hatten wir auch ein Aikido-Training. Eigentlich stand Schwert auf dem Programm, aber die Schwerter haben wir nicht benutzt. Ishibashi-sensei hat uns mit anstrengenden Tanden-Übungen herausgefordert. Wir waren anschließend ziemlich kaputt. Zur Belohnung fuhren wir nach Togoshi in unser Stammlokal. Es gab Nabe (japanischen Eintopf) und war einfach ein wunderbarer Abend. Leider werden bis Ende März viele Trainings ausfallen, da ja unsere Halle in Togoshi noch renoviert wird und die Ausweichhalle oft belegt ist. Schade! So nutze ich wieder die Gelegenheit am Samstag abends ins Honbu-dojo zum Training von Sugawara-sensei zu gehen. Manchmal erscheint er mir etwas zu ruppig, aber er ist ein guter Lehrer.

Ach ja, und dann war ich endlich mal wieder im Nezu Museum, traf dort eine Bekannte von Frau Yamada (Ehefrau des Töpfers in Echizen), schaute mir die Ausstellung an und ließ mich wieder vom Garten begeistern. Auch den Bäumen ist kalt …

Viele Besucher und unser Embukai zm Aikido-Jubiläum

Sorry, ich hatte in der Zwischenzeit den schreibenden Zugriff auf diesen Blog verloren. Dirk sei Dank, nun klappt es wieder! Wo war ich stehengeblieben?

Ende August musste meine älteste Nichte wieder zurückfliegen, doch im September hatte dann Tetsuo etwas länger bei mir gewohnt, weil es seiner Großmutter nicht so gut ging. Ende September landeten dann eine andere Nichte, ihr Bruder und deren Cousine. Sie verbrachten die Herbstferien bei mir. Das war auch eine sehr schöne Zeit für mich, den wir machten einige Ausflüge. In dieser Zeit entschied sich kurz entschlossen noch Bettina mit ihrem Sohn Vitos bei mir vorbeizuschauen. Sie überredete mich noch zu einem Onsen-Besuch kurz vor ihrem Abflug – Dank der Besucher kann auch ich immer mal etwas Neues entdecken. Für gut eine Woche war es dann recht voll in meiner Wohnung, aber es klappte gut.

Wir waren nicht nur am Meiji-Schrein, sondern machten Ausflüge nach Hakone (mit tollem Blick auf den Fuji-san) und bestiegen den Berg Takao, außerdem besuchten wir gemeinsam das Teamlab-Museum mit den Lichtinstallationen auf Odaiba – da gab es dann auch Blumen in/auf einer Tasse Tee.

Bettina war natürlich auch mit zum Training bei der Aikido-Gruppe von Ishibashi-sensei. Sie hatte Glück, denn wir waren noch in unser angestammten Halle (und damit auch in unserem Stammlokal) in Togoshi. Es war ein gutes Training und ein netter Abend! Bettina war quasi die Vorhut der Aikidoka vom Flughafen.

Mitte Oktober kamen dann Dirk, Andrej und Nina. Auch sie konnten noch einmal in Togoshi trainieren. Wegen Renovierungsarbeiten ist das Training nun nach Gotanda ausgelagert. Es ist eine schöne, sehr moderne Halle und auch näher, aber noch fehlt es uns an einem gemütlichen Stammlokal. Leider fällt das Training häufiger aus und manches Mal können wir auch nur die Kendo-Halle (d. h. keine Matten) nutzen. Ich mache also momentan viel Schwert.

Leider waren die drei ein paar Tage zu spät für das 30jährige Jubiläum der Aikido-Gruppe. Es wurde ein Embukai, d. h. eine Aikido-Vorführung veranstaltet. Alle Mitglieder führten ihr Aikido vor (auch ich hatte drei Minuten und zwei Uke; später musste ich dann noch angreifen). Befreundete Vereine oder Aikidoka führten auch ihr Aikido vor. Es waren nur wenige Gäste da, die nicht auch auf der Matte vorführten, darumter mein Kollege, meine Teelehrerin und eine fortgeschrittene Teeschülerin. Es dauerte insgesamt 1 1/2 Stunden und sie sind alle bis zum Schluss geblieben. Überraschend, denn ich dachte, für Nicht-Aikidoka ist es zu langweilig. Ishibashi-sensei hatte sie dann zu Feier am Abend eingeladen. Das war dann ein schöner Abend, mit Essen, Trinken, vielen lustigen Ansprachen usw. Ishibashi-sensei freute sich auch sehr über die Grüße vom Flughafen-Aikido, ich denke, das große Bild wird einen besonderen Platz für ihn haben. Ach ja, vom Embukai gibt es eine DVD – die gesamte Veranstaltung aus zwei Kameraperspektiven. Wer Interesse hat, kann sich gerne bei mir melden …

So, nun merke ich, dass ich nicht erklärt habe, warum meine Teemeisterin den Aikido-Embukai in Togoshi besucht hat. Es war quasi ein Gegenbesuch, denn Ishibashi-sensei und sechs weitere Aikidoka waren doch bei unserer Teezeremonie Anfang September. Dazu sind inzwischen auch die Bilder da, aber nun wird es doch zu lang.

Auch zum alljährlichen Embukai aller Aikido-Gruppen in Tokyo (Ende November, am Tag vor meinem Abflug nach Deutschland) kann ich jetzt nichts schreiben. Den 1. und 2. Advent war ich in Deutschland, morgen ist der 3. Advent, da kommen die Büro-Kollegen (inkl. Ruheständlerin) mit ihren Familien zu mir zur Adventsfeier (Stollen, Lebkuchen etc. am Nachmittag und dann Kartoffelsalat, Würstchen, selbst gebackenes Brot (ich hoffe, es klappt) und viel Käse …)

Allen eine schöne Weihnachtszeit!

(In Kürze werde ich wieder nach Deutschland fliegen und erst am 30.12. wieder zurückkehren – dann beginnen die letzten 10 Monate meines Japanaufenthalts.)

Hinter den sieben Bergen …

Okay, es können auch acht oder so sein, aber ich war in der Tat in einer märchenhaften Landschaft. Von Maibara (oder Kyoto – ist besser bekannt) kommend, fährt der Zug erst entlang des Biwa-ko (größter Binnensee Japans) und dann durch viele Tunnel. Ich stieg an einem Sonntag in Takefu aus, brachte das Gepäck zur Unterkunft, aß etwas zum Mittag und machte mich gleich auf den Weg. Mit dem Regionalzug fuhr ich in die nächste Ortschaft, die für die Brillenherstellung bekannt ist. Ziel für den Nachmittag war das Lackarbeitsdorf, also eine Ansiedelung einiger Meister der Lackkunst. In der zentrale Ausstellungshalle gibt es Teile für den täglichen Gebrauch ebenso wie wertvolle Kunstwerke. Ich kaufte nur Kleinigkeiten und schaute mir die Sonderausstellung an. Da der nächste Bus erst in knapp 1 1/2 Stunden gefahren wäre, bin ich zu Fuß zum Bahnhof zurück, gut acht Kilometer. Es war jeden Schritt wert, denn so konnte ich diese Landschaft wirklich genießen. Zudem war es angenehm warm.

Wenn man in Japan aufs Land fährt, ist man immer mal von der Natur überwältigt, aber hier kommt noch hinzu, dass auch die Kulturlandschaft sich so harmonisch einfügt. In den Dörfern oder Teilen der über mehrere Täler verteilten Gemeinde herrschen die traditionellen Dachformen vor. Nicht mehr alle Häuser sind aus traditionellen Baustoffen, aber es gibt kaum die sonst so weit verbreiteten viereckigen Betonklötze. Die Anzahl der Fachwerkhäuser ist enorm und doch wirkt es nicht wie ein Besuch im Museumsdorf. Die Menschen arbeiten und leben hier und nutzen moderne Maschinen etc. Meine Augen empfanden die Natur und Architektur als sehr angenehm.

 

Für den Montag (ein Feiertag) hatte ich den Termin mit dem  Töpfermeister Yamada, Kazu. Seine Frau holte mich um 10:00 Uhr ab und wir fuhren ins gut zwölf Kilometer entfernte Töpferdorf. Ich wurde nett empfangen, durfte mir die Brennöfen vom Meister und von seinem Sohn anschauen. Wir gingen ins Töpferei-Museum Echizen und sie fuhren mit mir sogar noch ins „Washi (japanisches geschöpftes Papier)-Dorf“. Zum Abendessen bekochte uns der Sohn Yamada, der mit seiner Frau und beiden kleinen Töchtern im Nachbarhaus wohnt. Übrigens, das Haus des Meisters ist eines der typischen Echizen-Fachwerkhäuser, die vor ein paar Jahrzehnten im Töpferdorf wieder neu aufgebaut wurden, um Töpfer anzuwerben und quasi die Echizen-Töpfertradition wiederzubeleben. Das Abendessen im Kreis der Familie war sehr lecker. Der Sohn hatte den Fisch an dem Tag zum Teil selbst gefangen bzw. von Kollegen erhalten. Auch der jeweils passende japanische Reiswein war köstlich. Die Unterhaltung war nur auf Japanisch, aber es ging natürlich auch um die Zeit, als Yamadas einen Sommer lang dabei halfen, in Cismar (bei Lübeck) einen echten Anagama (japanischen Brennofen) für Jan Kollwitz zu bauen. Der Sohn war damals noch Grundschüler. Ein wirklich schöner Abend!

Am nächsten Tag hatte ich ja noch frei und ich wollte mir die Ortschaft Takefu ein wenig anschauen, aber Frau Yamada ließ es sich nehmen, mit mir einen Ausflug zu machen. So hatte ich die Gelegenheit, noch mehr von dieser traumhaften Gegend zu sehen. Auf dem Rückweg brachte sie mich zum Bahnhof nach Fukui, der Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur.

 

Und sonst? Anfang September hatte meine Teemeisterin wieder eine größere eigene Teezeremonie veranstaltet. Dieses Mal in den beiden Teehäusern im Goto-Museum. Es war sehr heiß (insbesondere im Kimono), aber sonst war es eine tolle Veranstaltung. In dem Koicha (dicken Tee)-Zimmer wurden das Kaltwassergefäß und eine Teeschale von Jan Kollwitz verwendet. (Sobald ich Bilder von der Veranstaltung habe, stelle ich sie noch ein .) Von meiner Aikidogruppe in Togoshi nahmen Ishibashi-sensei und sechs weitere Aikidoka als Gäste teil. Für fast alle war es zum ersten Mal.

Nun bereiten wir uns auf unser Aikido-Embukai (Vorführung) anlässlich des 20jährigen Jubiläums vor. Die Veranstaltung wird am 13. Oktober stattfinden. Dann werden meine Nichte, mein Neffe und deren Cousine sowie Bettina und ihr Sohn (erwarten wir für Dienstag) wieder abgereist sein.

Aikido Summer Camp & Nikko

Okay, die beiden Themen passen inhaltlich nicht wirklich zusammen, aber zeitlich folgten sie halt aufeinander.

Meine Nichte hatte ja im August ein Praktikum in Tokyo gemacht und nun machten wir an ihrem letzten Wochenende noch einen Tagesausflug nach Nikko. Mein letzter Besuch in Nikko liegt nun schon viele Jahre zurück und daher freute ich mich auch auf ein Wiedersehen. Etwas abschreckend ist die fast drei Stunden dauernde Anreise, aber es lohnt sich dann doch. Nikko liegt im Nordwesten Tokyos in den Bergen. Häufig ist es dort deutlich kälter als in Tokyo, aber an diesem Wochenende stiegen die Temperaturen auch in Nikko deutlich über 30 Grad. Das Schrein- und Tempelgelände ist glücklicherweise im Wald gelegen, so dass die Hitze erträglich war. Inzwischen sind die Renovierungsarbeiten am Toshogu-Schrein auch so weit fortgeschritten, dass man kaum noch beeinträchtigt wird. Die Farben sind wieder kräftig und so kommen alle Schnitzereien wieder besser zum Vorschein. Alles wirkte deutlich schöner als vor Jahren, wirklich beeindruckend. Ja, die schlafende Katze und die drei Affen haben wir auch gesehen. Nach dem Schreinbesuch sind wir vom westlichen Ausgang zum Fluss hinunter gegangen und hatten unserer Füße abgekühlt. Doch das Gebirgswasser ist so kalt, dass man es nicht lange aushalten kann. Die kleine Wanderung zu den Stromschnellen ist wirklich nett und war auch für mich das erste Mal.

Am vorhergehenden Wochenende fand das Aikido Summer Camp der Aikido-Gruppe in Togoshi um Ishibashi-sensei statt. Es ging wieder an einen Ort an der Westküste der Miura-Halbinsel (südwestlich von Tokyo und Yokohama, ca. 1,5 Stunden mit der Bahn). Vor Ort hatte es Yagi-sensei organisiert, denn er wohnt in der Nähe und hat den Kontakt zu einem Aikido-Meister dort. Wir nutzten die Budo-Trainingshalle der örtlichen weiterführenden Schule. Treffpunkt in Misakiguchi war am Samstag um 13:00 Uhr und dann ging es erst einmal zum Training – sehr heiß, denn solche Schulturnhallen sind natürlich nicht klimatisiert. Es gab aber zwei Ventilatoren und man konnte mehrere Türen öffnen. Trotzdem sehr heiß! Nach dem Training wurden wir dann zum Hotel gefahren. Ich teilte mir das Zimmer mit Sakai-san. Das Hotel liegt direkt am Meer und wird von vielen Wassersportlern (Tauchern und Stand-up-Paddlern) genutzt. Am Abend grillten wir gemeinsam, nicht nur Fleisch, auch Garnelen und Fisch (es gab auch reichlich Bier) –  später feierten wir dann weiter auf einem der Zimmer. Einige standen um 5:00 Uhr wieder auf, um zum lokalen Fischmarkt zu wandern und frischen Fisch zu frühstücken. Ich verzichtete, denn zum einen musste ich noch meine bereits abklingende Erkältung los werden und zum anderen war mir so früh nicht nach Fisch.  Um 10:00 Uhr begann dann die zweite Trainingseinheit – wieder sehr heiß und ein oder zwei Aikidoka waren noch nicht ganz so fit wie sonst. Die meisten machten auf dem Rückweg gleich nach einer Station einen Mittagsessens-Zwischenstopp an dem Küsten- und Strandort Miura-kaigan, denn die Gegend ist für den guten Thunfisch berühmt, den wir uns natürlich nicht entgehen lassen konnten. Wir kehrten also in ein Sushi-Restaurant ein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sommerhitze

Nicht nur in Europa stöhnt man über einen ungewöhnlich heißen Sommer, auch hier in Japan ist es sehr heiß. Verglichen mit Norddeutschland allerdings deutlich nasser, sobald ein Taifun hereinzieht. Doch eins nach dem anderen.

Im Juni nutzte ich die freie Zeit neben Aikido-Training und Teezeremonie vor allem zum Japanischlernen, denn am 1. Juli war wieder mal eine Prüfung. Mitte Juni nahm ich an einem speziellen Teezeremonie-Unterricht für neue Teelehrer teil. Ich muss 5 Jahre in Folge einmal im Jahr jeweils einen Tag an dem Zentralunterricht (jedes Jahr ein anderes Thema) teilnehmen. Dabei kann ich mir den Ort und den Termin aussuchen. Da der Termin in Tokyo im Juli war, fuhr ich also nach Shizuoka. Nicht so weit weg, aber ich musst früh aufstehen, denn es dauert immer etwas länger, einen Kimono anzuziehen. Ich nahm den Schnellzug nach Shizuoka. Während in Tokyo mehrere Hundert Personen teilnehmen, ist es in Shizuoka geradezu beschaulich (ca. 80 Teilnehmer). Es waren nur wenige Personen von außerhalb und ich natürlich die einzige Ausländerin. Es war eine sehr schöne Veranstaltung: tolles Hotel, netter Zentrallehrer aus Kyoto und auch ein leckeres Mittagessen insgesamt ein toller Tag. Den Kimono für den Frühsommer (d. h. Juni) kann ich zum Glück auch im September anziehen (dann allerdings mit einem anderen Unterkimono und einem anderen Gürtel). Die Regenzeit (normalerweise: Mitte Juni bis Mitte Juli) fing – wie fast alles in diesem Jahr – sehr früh an, war in Tokyo nicht so schlimm und wurde bereits Ende Juni für beendet erklärt. Dafür kamen denn gleich Taifune.

Im Juli war ich im Heimaturlaub in Deutschland. So verpasste ich einige sehr starke, Taifun-bedingte Regenfälle (in Westjapan mit schweren Schäden). Überhaupt scheint es in diesem Jahr mehr Taifune zu geben. Morgen soll sich auch wieder Tokyo nähern bzw. nach Tokyo kommen. Wir werden nass werden …

Die Sommer in Tokyo sind heiß und deutlich schwüler als in Deutschland. Da es nachts kaum abkühlt, wäre es ohne Klimaanlage unerträglich. Im Training schwitzen wir so sehr, dass die Trainingstaschen nach dem Training deutlich schwerer als zuvor. Nächste Woche ist im Honbu-Dojo eine Woche Trainingspause, aber dafür kann ich mich auf ein Trainingswochenende mit der Gruppe von Ishibashi-sensei freuen. Wir werden ans Meer fahren, vielleicht kann ich dann auch mal im Meer oder zumindest im Pool schwimmen.

Am letzten Samstag war ich mit meiner Nichte, die derzeit in Praktikum in Tokyo macht, und zig-tausend Japanern und anderen Ausländern beim Feuerwerk am Edogawa (ein Fluß im Osten Tokyos). Feuerwerke sind typische Sommerveranstaltungen und sie sind sehr beeindruckend, weil viel größer als in Deutschland, deutlich länger (mehr als eine Stunde) und wirklich sehr schön. Die Menschenmengen sind zwar unglaublich, aber in Japan funktioniert es halt, dass alle ohne Geschubse und ohne Pöbeleien langsam den Weg zum Bahnhof nehmen und in die Züge einsteigen.